Tipps für Spielleiterinnen und Spielleiter

Tipps für Spielleiterinnen und Spielleiter | mySuricate Plattform für Soziales Lernen

Wie werden Spielstörungen wahrgenommen und welche Handhabe hat die Spielleitung, um konstruktiv mit empfundenen Störungen umzugehen?

Einige bekannte Verhaltensweisen, die den Spielfluss und die Gruppendynamik beim Spielen empfindlich stören können:

  • Keine Lust zum Mitspielen (Spielverweigerung).
  • Ein Kind hält sich nicht an Spielregeln.
  • Ein Kind ist anhänglich und will meine Aufmerksamkeit.
  • Ein Kind kann sich nicht konzentrieren.
  • Ein Kind „springt über Tische und Bänke“ und mischt die Gruppe auf.
  • Ein Kind möchte mit einer bestimmten Person nicht zusammenspielen.
  • Ein paar Kinder reden ständig miteinander und hören nicht zu.
  • Ein Kind ist aggressiv im Spiel und sucht den Konflikt.

In dieser Liste könnten noch weitere Beispiele genannt werden. Sie sind häufig abhängig von der eigenen Wahrnehmung und Flexibilität im Umgang mit problematischen Spielsituationen.

Für die pädagogische Arbeit vor Ort ist es wichtig, eine eigene Sensibilität beim Auftreten einer Störung beim gemeinsamen Spielen zu entwickeln, um zu erkennen, wann ich als Spielleitung einschreiten möchte. Dann kann ich als Spielleitung entsprechend agieren, um mit Ruhe, Besonnenheit und einer klaren Entscheidung auf die Störung zu reagieren.

An dieser Stelle einige Tipps für die Praxis:

Bei einem Spiel nicht mit Mitspielenden darüber diskutieren, ob ein anderes Spiel gespielt werden kann, „nur“, weil ein oder zwei MitspielerInnen etwas anders spielen wollen. Lange Diskussionen verzögern den Spielbeginn und die Gruppe verliert die Lust am Spielen. Eine souveräne Spielleitung ist wichtig. Ein Spiel abwandeln, wenn es notwendig ist, um situationsbezogen und flexibel zu spielen.

Wird nach einem Aufteilungsspiel in Paaren gespielt, so sollte die Einteilung beibehalten werden, auch wenn jemand nicht mit der betreffenden Person zusammenspielen möchte. Es könnte eine „Kettenreaktion“ dadurch ausgelöst werden, wenn die Erlaubnis erteilt wird, tauschen zu dürfen. Dann lieber kein Aufteilungsspiel machen und damit sich Paare „freiwillig“ finden können. Das kann aber zur Folge haben, dass immer „die Gleichen“ sich finden. Vielleicht möchte ich aber als Spielleitung gerade eine neue Zusammensetzung der Gruppe erreichen, um eine Ausgrenzung von Kindern in der Gruppe entgegenzuwirken.

Sensibel wahrnehmen, ob eine Störung bewusst provoziert wird, oder ob das Spiel vielleicht nicht verstanden worden ist, wenn es immer wieder zu Nachfragen kommt, die als störend empfunden werden und den Spielfluss unterbrechen.

Kommt es zu Desinteresse am Spiel, kann provozierendes Verhalten die Folge sein. Vielleicht ist es dann das „falsche“ Spiel zum „falschen“ Zeitpunkt. Spielen sollte Spaß vermitteln. Wer keine Lust hat, sollte nicht mitspielen müssen.

Es ist wichtig im Spielprozess darauf zu achten, wer bei einer auftretenden „Störung“ Beachtung bekommen soll. Sind es einzelne Personen, die zu lange die Aufmerksamkeit der Spielleitung bekommen, kann es für den Rest der Gruppe langweilig werden. Einer Person, die nicht mitspielen möchte, kann mit ruhigem Gewissen erlaubt werden, aus dem Spielgeschehen auszusteigen. Damit kann das Spiel ohne große Unterbrechung fortgesetzt werden (vielleicht ist die boykottierende Person aus Langeweile schon bald wieder dabei). Ist mir die Einzelperson wichtig, die das Spiel nicht verstanden hat, oder dem Spiel nicht so schnell folgen kann, dann ist die gesamte Gruppe gefordert, Rücksicht zu nehmen, damit auch diese Person integriert wird.